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HALT(UNG) FÜR KÖRPER UND SEELE

POSITIVE AUTORITÄT

Autoritative Erziehung in der (teil-)stationären Jugendhilfe

 

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In Fachkreisen werden fünf Erziehungsstile unterschieden: der permissive, der autoritäre, der inkonsistente, der vernachlässigende und der autoritative Erziehungsstil. Die positive Wirkung des letztgenannten auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist vielfach belegt.

> Stuttgart: April bis Dezember 2017 –pdf PDF zum Download
> Stuttgart: April bis November 2018 – pdfPDF zum Download

Mitarbeiter/-innen in (teil-)stationären Einrichtungen der Jugendhilfe und Lehrkräfte in Schulen für Erziehungshilfe stehen der Leitung, ihrem Team, den Kindern und Jugendlichen, den Erziehungsberechtigten und sich selbst gegenüber in der Verantwortung. Diese Verantwortung und die damit verbundenen Verpflichtungen bedeuten, immer, für alle und sofort eine Antwort parat haben zu müssen. Um in diesem komplexen Kontext bestehen zu können, ist es wichtig, klar Position zu beziehen, zu wissen, wo man steht und was das Ziel ist. Der autoritative Erziehungsstil erleichtert dies, indem er für alle Beteiligten Orientierung, Halt und damit Sicherheit ermöglicht.

Kinder und Jugendliche brauchen Aufmerksamkeit und Zuspruch von Erziehenden, die sich der Bedürfnisse ihres Gegenübers bewusst sind und dabei den Zugang zu ihren eigenen Bedürfnissen nicht verlieren. Denn nur so gelingen stabile und tragfähige Beziehungen als Basis für eine positive Entwicklung der Heranwachsenden.

Diese achttägige Fortbildung richtet sich an Mitarbeiter/-innen (teil-)stationärer Einrichtungen der Jugendhilfe sowie an Lehrkräfte in Schulen für Erziehungshilfe. Ziel ist, die Teilnehmenden dazu zu befähigen, dass sie den autoritativen Erziehungsstil bewusst anwenden und ergänzend dazu entsprechende konzeptionelle Strukturen erarbeiten können.

Inhalte

  • Menschliche Grundbedürfnisse als oberste Sollwerte der psychischen Aktivität (nach K. Grawe)
  • Neurobiologische Erkenntnisse zur Motivation
  • Erkenntnisse aus der Sanktions- und der Erziehungsstilforschung
  • Deeskalationstechniken
  • Strukturentwicklung und Regelkonzipierung
  • Basispädagogisches Kompaktwissen aus den Erziehungswissenschaften  
  • Praxisbegleitung und Supervision

Ziele: Die Teilnehmenden...

  • kennen den Ansatz der bedürfnisorientierten Erziehung und sind in der Lage, diesen in die professionelle Beziehungsgestaltung einzubringen.
  • kennen die sechs Möglichkeiten, Menschen zu motivieren und können diese anwenden
  • kennen die Wirkung/Effektivität von Sanktionen und können zwischen sinnvollen und sinnlosen Konsequenzen unterscheiden.
  • kennen die verschiedenen Erziehungsstile und deren Erscheinungsbild im Erziehungsalltag. Sie können das eigene Erziehungsverhalten reflektieren und das Erziehungsverhalten anderer treffsicher einschätzen.
  • haben Methoden kennengelernt und geübt, um Widerstand und Verweigerung zu begegnen, Gewalt vorzubeugen und zu deeskalieren.
  • haben Methoden kennengerlernt, die innere Unabhängigkeit zu bewahren (Psychohygiene).
  • kennen jene Perspektiven von Haltung und Handeln, welche die Bildung eines pädagogischen Selbstbewusstseins fördern.
  • haben eine Konzept zur Entwicklung professioneller Regeln und Strukturen kennengelernt und  exemplarisch eingeübt (Transparenz und Partizipation).

Nachhaltigkeit
Je mehr Mitglieder eines Teams nach demselben Erziehungsstil arbeiten, desto leichter und effektiver ist ihre pädagogische Arbeit.  Die gemeinsame Teilnahme mehrerer Kollegen/-innen aus einer Einrichtung verbessert daher die Chance auf die nachhaltige Umsetzung der Fortbildungsinhalte.

Literatur
Grawe, K. (2004): Menschliche Grundbedürfnisse als oberste Sollwerte der psychischen Aktivität. In K. Grawe, Psychologische Therapie (S. 383-452). Hogrefe Göttingen.

Grossmann, K., Grossmann, K. E. (2014): Bindungen. Das Gefüge psychischer Sicherheit. Klett-Cotta, Stuttgart.

Reichenbach, R. (2011): Pädagogische Autorität. Macht und Vertrauen in der Erziehung. Kohlhammer, Stuttgart.
 
Sozialpsychologie Mannheim (Hrsg.) (2013): Ich, du, wir und die anderen. Spannendes au des Sozialpsychologie. Beltz Juventa Weinheim.

ANGEBOTE
zum Thema
Positive Autorität


Fortbildungen im Jahresprogramm
Das Jahresprogramm beinhaltet insbesondere mehrtägige Fortbildungen zu den Themen Leben und Lernen in Schule und Jugendhilfe.
> mehr Infos

Kontakt
Bernhard Bender
Tel. 0761/21807-44
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